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Referat – 17.03.2014

Stephan Koziol: Wir irren voran - Kreativität für eine Marke
Referent(In):

Stephan Koziol

Firma:

Inhaber koziol >> ideas for friends GmbH

Internet: koziol.de
Veranstaltungsort:

Mettler-Toledo GmbH
Ockerweg 3
35396 Gießen
www.mt.com 

Beginn:

19 Uhr - Get-together ab 18:30 Uhr

Anmeldeschluss: 12.03.2014

Details

Kreativität, Zeitgeist, der Wandel der Welt – alles ist miteinander verbunden und lässt kreative Köpfe zu Hochform auflaufen. Dass eine Wäscheklammer nicht nur eine Wäscheklammer ist, sondern auch ein Kunstobjekt sein kann, das beweist Stephan Koziol, Inhaber der koziol »ideas for friends GmbH, immer wieder mit seinen ungewöhnlichen Produktideen. Seit über 30 Jahren ist er mit Herz und Leidenschaft Unternehmer und stiftet in seiner Rolle täglich kreative Unruhe.

Bei der Entwicklung der Ideen arbeitet Koziol mit internationalen Designern und Hochschulen zusammen. Viele der Entwürfe sind preisgekrönt – insgesamt schon über 70 Mal. Ungewöhnlich ist die hohe Fertigungstiefe des Unternehmens: von der Idee über die Produktion bis zum fertig verpackten Artikel wird alles ausschließlich am Firmensitz in Erbach/Odw. realisiert.

Das Motto „Wir irren voran“ ist bei koziol Programm. Wie man damit zur Marke wird, was eine Marke eigentlich braucht und wie wichtig gesunder Menschenverstand ist, darüber berichtet Stephan Koziol in dieser Veranstaltung.

Gastbeitrag für Nicht-Mitglieder: 35,00 € (bar gegen Quittung)

» Presse

22.03.2014 - Gießener Anzeiger

Stephan Koziol präsentiert beim Marketing-Club Mittelhessen seine unkonventionellen Produktphilosophien

Andrea Janzen, Präsidentin des Marketing-Clubs Mittelhessen, und Referent Stephan Koziol.

Sieben Schulen habe er besucht, erinnert er sich. Und dabei doch „nichts Richtiges“ gelernt, behauptet er. Fest steht, dass Stephan Koziol aus Erbach im Odenwald seit 33 Jahren bei der von seinem Großvater 1912 gegründeten Firma Koziol, mittlerweile eine GmbH, beschäftigt ist und sie seit vielen Jahren verantwortlich und als Ideengeber führt.

Koziol, Jahrgang 1952 und trotz seiner eher nebulösen Erinnerungen an die Schulzeit gelernter Elfenbeinschnitzer und Betriebswirt, referierte auf Einladung des Marketing-Clubs Mittelhessen in den Räumen von Mettler-Toledo in Wieseck zum Thema „Wir irren voran – Kreativität für eine Marke“. Was „gelernte“ Marketingexperten eher als konfus und jedem Lehrbuch widersprechend einordnen würden, ist bei der Firma Koziol „ideas for friends“ GmbH und „made in Germany“ das Normale. Ehe Stephan Koziol in kurzweiliger überzeugender Weise darlegte, warum ein „zielorientiertes Durchwursteln nicht schlecht ist“ und als Unternehmensphilosophie sowie Marketingstrategie durchaus Erfolge zeitigt, nannte er die Arbeitsfelder seines Unternehmens, das in Erbach im Odenwald immerhin 200 Mitarbeiter beschäftigt.

Für „Küche, Bad und Home“ entwirft, produziert und vermarktet Koziol „Kunst für den Alltag“ in Form von kreativen, künstlerisch gestalteten Alltagsgegenständen. Koziol verleiht dabei „Werk-Zeugen“ des Alltags von Teller, Tassen, Schüsseln, Bestecken, Küchengeräten, Lampen, Schuhlöffeln, Badaccessoires bis hin zu Klobürsten und Seifenschalen, Scheren und „Tausend anderen Alltagsbanalitäten“ eine ästhetische Dimension und damit einen individuellen Wert, der weit über den Gebrauchsnutzen hinausgeht.

Was der Großvater als gelernter Töpfer begann und der Vater – er kam vom Elfenbein zum Plastik – fortführte, managt heute Stephan Koziol auf völlig unkonventionelle Weise. Allerdings mit Erfolg, finden sich doch mittlerweile 6000 Kunden rund um den Globus. Denn, so Kozial: „Der westliche Design-Geschmack hat sich praktisch global durchgesetzt.“ Dass er Kopien von Koziol-Produkten beispielsweise in Burma und Vietnam gefunden habe, findet der Innovative „ganz toll“.

Nach dem Erfahrungsmotto „die Erfolge von gestern sind die Misserfolge der Zukunft“ drehen sich die Gedanken Stephan Koziols und seines Designer-Teams immer um Neuigkeiten, die meist das, was in Küche, Bad und Haus vorhanden ist, weiterentwickeln. Dabei sei immer nur das Ziel, eine Marke, klar, das Dorthinkommen jedoch immer offen. „Wir machen viele Dinge ohne jegliche Erfahrung, ohne Markt, ohne Vergleichsprodukte und damit ohne Geländer“, offenbart Koziol. Aber: „Wer nach oben kommen will, muss Spielraum zum Probieren haben“. Und diesen gönnt sich der Kreative – der immer Angst hat, dass ihm nichts mehr einfällt, was allerdings noch nie passiert ist – weidlich. Es ist sozusagen seine Philosophie, Erfahrung mit Intuition zu vereinen.

Da ist es geradezu folgerichtig, dass Koziol seinen Produkten nie eine Marktuntersuchung zugrunde legt: „Man kann eben nichts abfragen, was es noch nicht gibt und was man nicht kennt.“ Und noch eines ist für Stephan Koziol existentiell wichtig: Während 98 Prozent aller Wettbewerber, denen sich die Koziol GmbH am Markt stellen muss, in China produzieren (lassen), fußen die Koziol-Produkte aus dem Odenwald „auf handwerklichem Können made in Germany“. „Wir sind nie aus Deutschland herausgegangen, sondern bleiben ganz bewusst mit unserem handwerklichen Wissen und unserer damit verbundenen Qualität und Flexibilität im Land“, lässt Koziol keinen Zweifel zu. Das gelte von der Idee über Planung und Entwicklung bis zu Produktion und Vermarktung.

In diesem Sinne und auf diesem Weg ist „Koziol“ zu einer Marke geworden. Und eine Marke, so Stephan Koziol, überlebt Kriege und Krisen. „Eine Marke ist immer ein Versprechen, eine Marke schafft Vertrauen, eine Marke entsteht beim Kunden und verankert sich als solche im kollektiven Gedächtnis. Und wenn es gelingt, dort anzudocken, dann braucht man auch keine Werbung mehr“, machte Koziol, der Pfiffige, Mut zum Unkonventionellen. Und unkonventionell-erfrischend bleibt sicherlich der gesamte Koziol-Vortrag beim Marketing-Club Mittelhessen in Erinnerung.

RedakteurIn: FotografIn: Internet: Datei/Download:
Franz Ewert Franz Ewert