Sie befinden sich hier: 
MC-Mittelhessen.de / Veranstaltung

» Veranstaltung

Referat – 23.08.2012

Burnout – Nur eine Modekrankheit?
  • begrenztes Platzkontingent
Referent(In):

Dr. Holger Schlageter

Firma:

Geschäftsführer des Schlageter Instituts

Internet: www.schlageter-institut.de
Veranstaltungsort:

Mettler-Toledo GmbH
Ockerweg 3
35396 Gießen
www.mt.com 

Beginn:

19:00 Uhr

Anmeldeschluss: 23.08.2012

Details

Die Kassenstatistiken belegen, dass sich das Thema "Burnout" immer weiter unter der Bevölkerung ausbreitet. Wenn die "Lust aufs Leben" nicht mehr da ist, spricht man von einem "Erschöpfungssyndrom" – so lautet die Beschreibung in der medizinischen Definition. 


Was früher noch als Managerkrankheit durch Überarbeitung galt, wird heute mit dem Begriff Burnout umschrieben und klingt definitiv um einiges dramatischer. Fakt ist: Die Lebensumstände haben sich in den letzten Jahren in Richtung Leistungsgesellschaft verändert und die technischen Entwicklungen haben ihren Teil dazu beigetragen. Man ist ständig online, kann immer und überall erreicht werden und erwartet umgekehrt auch schnelle Reaktionen anderer. Davon sind nicht nur Manager betroffen – auch die Hausfrau, die vieles organisieren muss, kann davon betroffen sein. Wenn Geist und Körper immerwährend gefordert sind, holt sich der Körper irgendwann das, was er über lange Zeit nicht bekommen hat: Erholung. 


Was ist jetzt dran am Thema Burnout und warum trifft es allem Anschein nach immer mehr Menschen? Wird der Begriff eventuell zu leicht und zu schnell verwendet, wenn jemand "nur" überarbeitet ist? Dr. Holger Schlageter, Geschäftsführer des Schlageter Instituts, auch bekannt durch TV und Hörfunk, wird uns an diesem Abend interessante Einblicke in seine Arbeit geben und aus seiner langjährigen Erfahrung berichten.

» Presse

25.08.2012 - Gießener Anzeiger

In Stresssituationen droht „Vergiftung“ mit Cortisol

Holger Schlageter

Das „Burnout“-Syndrom ist allgegenwärtig - Schätzungen zufolge sind davon allein in Deutschland rund neun Millionen Menschen betroffen. In jüngster Zeit beschäftigen sich auch zunehmend Unternehmen mit dieser „neuen“ Krankheit, da sie zunehmend bei Mitarbeitern diagnostiziert wird, berichtete der Psychologe und Theologe Dr. Holger Schlageter in seinem Vortrag „Burnout - nur eine Modekrankheit?“, den er in Gießen bei Mettler-Toledo vor Mitgliedern und Freunden des Marketing-Clubs Mittelhessen hielt.

„Übersetzt wird ,Burnout‘ mit dem Zustand der totalen Erschöpfung“, sagte Schlageter - und genau dies treffe zu. Menschen, die von dieser Erkrankung betroffen sind, seien unfähig zu irgendeiner komplexeren Handlung und fühlten sich ausgebrannt. „Aber“, so betonte Schlageter, man könne ihnen, im Gegensatz zu Kranken mit schweren psychischen Störungen, relativ problemlos helfen und ihre Gesundheit wieder herstellen.

Schlageter: „Was diese Patienten nach dem Zusammenbruch brauchen, sind Ruhe, gutes Essen, Entspannung und Gespräche mit ihnen vertrauten Personen.“ Nach einigen Wochen sei der Akku wieder aufgeladen und das Syndrom beseitigt. Viele seine Patienten sagten ihm rückblickend: „Das hätte ich eigentlich voraussehen müssen.“

„Das Burnout-Syndrom ist noch nicht als eigenständige Krankheit anerkannt“, berichtete der Referent. Es gehöre zu den Stresserkrankungen und zeige sich in einer Vielzahl von Symptomen. Und genau dies mache die Diagnostik auch oftmals so schwer.

Zu den Symptomen zählen die verschiedensten Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Lustlosigkeit. „Stress ist eigentlich gut“, sagte er, jedoch müsse man dafür sorgen, dass man auch immer wieder vom Stress herunter komme. In Stresssituationen schütte der Körper vermehrt Cortisol aus, das wieder auf ein Normalmaß zurückgeführt werden muss. Geschieht dies nicht, so „vergifte“ man sich quasi selbst damit, erläuterte, und dies führe dann zu den unterschiedlichsten Beschwerden.

„Burnout ist etwas, das jeden treffen kann“, sagte der Referent. Die Ursachen dafür lägen im Zusammenspiel der Lebensbedingungen eines jeden Einzelnen, in der Persönlichkeit, im Lebensstil und in den Arbeitsbedingungen. Die einzelnen Symptome und viele der Verhaltensweisen, die er nannte, kamen den Zuhörern bekannt vor. „Das ist alles auch normal,“ sagte er, dass man zum Beispiel einmal niedergeschlagen oder sehr euphorisch sei. Dabei komme es jedoch auch immer auf die Intensität und auch auf die Anzahl dieser Zustände an.

Den Mitgliedern des Marketing-Clubs riet er, dass sie sich ihre Mitarbeiter genau anschauen sollten. Wenn sie beispielsweise Verhaltensveränderungen und -auffälligkeiten feststellen würden, sei es an der Zeit, darüber ins Gespräch zu kommen. Auch wenn es um die psychische Gesundheit des Einzelnen gehe, sei Vorbeugung von besonderer Bedeutung.

Menschen mit einer stabilen psychologischen Gesundheit würden heute als „resiliente“ (widerstandsfähige) Personen bezeichnet, die Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen überwinden. Und da seien auch die einzelnen Beziehungsstrukturen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens durchlebt, sehr prägend, erläuterte Schlageter. Psychologen hätten zum Beispiel festgestellt, dass sich die Existenz von positiven Bezugspersonen in der Kindheit enorm positiv auf dem Lebensweg auswirkt.

Schlageter: „Letztlich ist die Qualität der persönlichen Beziehungen, in denen jeder lebt, für die seelische Gesundheit entscheidend.“

RedakteurIn: FotografIn: Internet: Datei/Download:
cz cz

Freuen Sie sich hierauf

12.03.2019

NACHHOLTERMIN | Benjamin Schulz: Die Lüge der Markenbotschafter - mehr als das Logo am Hemdkragen

10.04.2019

Ferrero - Ein Familienunternehmen mit sozialer Verantwortung
(begrenztes Platzkontingent)

11.05.2019

FC Gießen – Entstehung, Entwicklung und strategische Ausrichtung
(begrenztes Platzkontingent)

18.06.2019

Best Practice: Aktiver Austausch zu aktuellen Marketing-Themen
(nur für Mitglieder)