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Podiumsdiskussion – 08.10.2012

Tagespresse trifft Wirtschaft
  • begrenztes Platzkontingent
Referent(In):
Firma:
Internet:
Veranstaltungsort:

LTi DRiVES GmbH
Gewerbestr. 5 – 9
35633 Lahnau
www.lt-i.com 

Beginn:

19:00 Uhr

Anmeldeschluss: 08.10.2012

Details

Was kann man erwarten, wenn Persönlichkeiten der regionalen Tageszeitungen auf Persönlichkeiten aus Unternehmen treffen? Auf jeden Fall anregende Diskussionen über Bedürfnisse und Ziele. Obwohl beide Seiten das Ziel verfolgen, eine gut aufgestellte Position in der Region zu haben, gibt es teils unterschiedliche Sichtweisen, wie diese erreicht werden könnten und sollten. 


In einer moderierten Podiumsdiskussion bringen wir an diesem Abend Persönlichkeiten aus diesen Bereichen zusammen und bieten unseren Gästen ein Forum zur Diskussion und zum Austausch.


Unsere aktuellen Podiumsteilnehmer

 

  • Chefredakteure der regionalen Tagespresse:
  • Dr. Max Rempel, Gießener Allgemeine
  • Dr. Wolfgang Maaß, Gießener Anzeiger
  • Christoph Linne, Oberhessische Presse
  • Dr. Uwe Röndigs, Wetzlarer Neue Zeitung

 


Wirtschaftsvertreter: 

  • Klaus Appel, Appel-Elektronik GmbH
  • Thorsten Kortemeier, MINOX GmbH
  • Wolf Lüdge, Markenmanager

 


Moderation:

  • Eva Deppe, Hessischer Rundfunk

» Presse

10.10.2012 - Gießener Anzeiger

Marketing-Club Mittelhessen lädt zur Diskussion „Tagespresse trifft Wirtschaft“ ein

Eine rege Diskussion führten Eva Deppe, Wolf Lüdge, Max Rempel, Josef Wiesing (Geschäftsführer von LTi DRiVES und Gastgeber), Thorsten Kortemeier, Christoph Linne, Uwe Röndigs, Wolfgang Maaß, Andrea Janzen und Klaus Appel (v. l. n. r.).

„Tagespresse trifft Wirtschaft“ - zu diesem Thema hatte der Marketing-Club Mittelhessen (MCM) in seiner Oktoberveranstaltung eingeladen. Die Podiumsdiskussion, die in den Räumen des Unternehmens „LTi DRiVES“ in Lahnau stattfand, stieß auf reges Interesse, ging es doch um ein grundlegendes Verständnis füreinander oder auch um so manches Missverständnis zwischen beiden Gruppen.

Einen interessanten Meinungsaustausch lieferten sich die Chefredakteure der heimischen Presse mit Vertretern aus der Wirtschaft und dem Publikum des Marketing-Clubs, das sehr geschickt durch die hr-Moderatorin Eva Deppe eingebunden wurde. Es diskutierten aufseiten der Chefredakteure Dr. Max Rempel (Gießener Allgemeine), Dr. Wolfgang Maaß (Gießener Anzeiger), Christoph Linne (Oberhessische Presse) und Dr. Uwe Röndigs (Wetzlarer Neue Zeitung), mit den Wirtschaftsvertretern Klaus Appel, Geschäftsführender Gesellschafter der Appel-Elektronik GmbH, Thorsten Kortemeier, Geschäftsführer der Minox GmbH, und Markenmanager Wolf Lüdge.

So räumten die Chefredakteure mit der gängigen Fehlmeinung auf, dass die Größe einer Anzeigenschaltung Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung habe. Sie ermunterten vielmehr die Vertreter der Wirtschaft, den Kontakt mit dem jeweils zuständigen Redakteur zu pflegen, um so auch ein Gespür für die Relevanz von Meldungen für die Tageszeitung zu erhalten. So müsse ein Redakteur eine Information immer unter dem Aspekt beurteilen, ob sie auch für die breite Leserschaft, also für „Nichtspezialisten“, von Interesse sei. In dieser Hinsicht unterscheide sich die Tageszeitung sehr stark von Fachzeitschriften und -magazinen. Das decke sich natürlich nicht immer mit den Unternehmenszielen. Die Beziehung zwischen Wirtschaft und Presse sei ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

„Wir können nicht nur Erfolgsmeldungen schreiben, sonst werden wir unglaubwürdig“, merkte Wolfgang Maaß, Chefredakteur und Geschäftsführer des Gießener Anzeigers, dazu an. Hinsichtlich der Neuen Medien sehen die Chefredakteure positiv in die Zukunft. Mittlerweile habe sich die Produktpalette der Zeitungsverlage deutlich erweitert, so gebe es neben der Printausgabe stets auch eine Onlineausgabe, die auch von der jüngeren Leserschaft gut angenommen werde.

Der Einwurf von Klaus Appel, dass in Zeiten der Online-Medien die Zeitung doch „facebook für oldies“ sein müsse, stieß auf die klare Ablehnung der Zeitungsmacher. Max Rempel gab zwar zu, dass selbst im Onlinebereich die Tageszeitungen nicht immer die schnellsten sein könnten. Darauf komme es auch nicht an, denn es sei heute wichtiger denn je, den Menschen komplexe Sachverhalte zu erklären - und das brauche Zeit.

Dem pflichtete Uwe Röndigs bei. Er sagte, dass die Zeitung heute nach wie vor eine riesige Akzeptanz habe. „Die Leute glauben uns noch. Zeit für die Recherche hat ganz hohe Priorität“, führte er aus. Zukünftig würden immer höhere Anforderungen an die Qualität der Zeitungen gestellt werden, ergänzte er. In diesem Zusammenhang fragte das Publikum zum Thema Recherche nach. Röndigs erläuterte, dass rund 20 Prozent der Artikel vor ihrer Veröffentlichung nachrecherchiert würden. „Richtig vor falsch gilt heute immer noch für die Zeitung“, sagte er.

Wolfgang Maaß wies darauf hin, dass die Zeitungsredakteure - im Gegensatz zu den Mitarbeitern von Fachzeitschriften - zumeist Allrounder seien, die sich häufig erst einmal in ein Thema einarbeiten müssten. Daher nehme der Journalist auch das von einem Gespräch mit, was er in puncto Relevanz für den Leser für wichtig hält. Und welche Themen die Leser gerade bewegen, das könne man anhand von Zuschriften, Kommentaren oder häufig aufgerufenen Artikeln in den Online-Ausgaben heute leichter feststellen als früher, sagte Christoph Linne. „Ich vertraue immer noch stark meinem Bauchgefühl“, fügte Uwe Röndings hinzu, da habe er in seiner rund 30-jährigen Tätigkeit meistens richtig gelegen.

Abschließend gab Max Rempel den Wirtschaftsvertretern noch ganz einfache Spielregeln für den erfolgreichen Umgang mit der Presse mit: Regelmäßiger Kontakt, einfache Sätze in den Mitteilungen, ein wenig Vorlaufzeit und bei Texten und Fotos übliche Dateiformate verwenden. 

RedakteurIn: FotografIn: Internet: Datei/Download:
cz cz WNZ-2012-10-14.pdf