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Vor-Ort-Veranstaltung – 12.12.2017

Dr. Georg Bätzing: Mit Kommunikation raus aus der Krise
Referent(In):

Dr. Georg Bätzing (Bischof) und Stephan Schnelle (Öffentlichkeitsarbeit)

Firma:

Bistum Limburg

Internet: www.bistumlimburg.de
Veranstaltungsort:

Bistum Limburg
Bischofssitz
Domplatz 6
65549 Limburg

Beginn:

17:30 Uhr

Anmeldeschluss: 07.12.2017

Details


Der Bau des Bischofshauses auf dem Limburger Domberg, ein First-Class-Flug nach Indien, ein autoritärer Führungsstil, mangelnde Kommunikation: Über Jahre beherrschten Negativschlagzeilen die öffentliche Wahrnehmung rund um das Bistum Limburg. Die Diözese steckte in einer schweren Krise. Vertrauen ist verloren gegangen.  

Am 26. April 2014 hat Papst Franziskus dann das Rücktrittsgesuch des Bischofs angenommen, da es in der Diözese zu einer Situation gekommen sei, in der ein fruchtbares Ausüben des Bischöflichen Amtes im Bistum nicht mehr möglich mache. Weihbischof Manfred Grothe aus Paderborn wurde zum Apostolischen Administrator ernannt und mit der Leitung des Bistums beauftragt. Er hatte zuvor die Kommission geleitet, die den Bau des Bischofshauses untersuchte und ihre Ergebnisse in einem 108 seitenstarken Prüfbericht zusammengefasst hat. Zweieinhalb Jahre, bis zum 18. September 2016 dauerte die Sedisvakanz, die Zeit ohne Bischof, in Limburg. 

Zeit, die das Bistum nutzte, um Strukturen zu ordnen, um aufzuarbeiten und um seine Kommunikation intern und extern neu aufzustellen. Im Bischofshaus, das ein Symbol der Krise geworden war, geben der neue Limburger Bischof, Dr. Georg Bätzing, und der Leiter der Informations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Pressesprecher, Stephan Schnelle, Einblicke in die Kommunikation des Bistums in der Krise und informieren darüber, wie es gelungen ist, in kürzester Zeit das Vertrauen der Medien zurückzugewinnen und unter starker „Beobachtung der Medien“ den Weg aus der Krise zu finden. 

 

Ablauf:

17:30 Uhr: Treffpunkt vor dem Dom
17:30 – 18:15 Uhr: Domführung
18:15 – 18:45 Uhr: Ortswechsel zum Bischofssitz, Networking bei Häppchen und Getränken
18:45 – 19:30 Uhr: Referat mit anschließender Fragerunde
19:30 Uhr: Rundgang im Bischofssitz sowie Ausklang des Abends  

Wer es zur Domführung zeitlich nicht schafft, kann bis 18:45 Uhr zum Referat im Bischofssitz (gegenüber vom Dom) hinzukommen.
 

Parkplätze:

An Parkmöglichkeiten bieten sich unter anderem in fußläufiger Nähe das Cityparkhaus sowie das Altstadtparkhaus an.

 

Gastbeitrag für Nicht-Mitglieder: 30,00 € (bar gegen Quittung)

» Presse

18.12.2017 - Weilburger Tageblatt

Mit Kommunikation raus aus der Krise

Marketing-Club Mittelhessen erfuhr aus erster Hand, wie das Bistum Limburg das Vertrauen der Medien zurückgewann

Bischof Georg Bätzing (l.) und Stephan Schnelle, Leiter der Abteilung Information und Öffentlichkeit im Bistum Limburg

Marke, Image, Testimonials – all diese Elemente des Marketings seien im Grunde genommen Erfindungen der Katholischen Kirche, erklärte Bischof Georg Bätzing den rund 50 Besuchern im Bischofshaus. Schließlich läge der Bekanntheitsgrad der katholischen Kirche bei vollen 100 Prozent. Doch stände auch außer Frage, dass Negativschlagzeilen zum Neubau auf dem Domberg und zur Person seines Vorgängers die öffentliche Wahrnehmung rund um das Bistum Limburg geprägt hätten. Autoritäre Amtsführung, Machtmissbrauch, mangelnde Kommunikation und sogar bewusstes Lügen –das waren vor gar nicht langer Zeit prägende Stichworte in der medialen Öffentlichkeit.

Wie es dem Bistum nach der Absetzung von Bischof Hans-Peter Tebartz-van Elst gelang, in kürzester Zeit das Vertrauen zurückzugewinnen und unter starker Beobachtung der Medien einen Weg aus der Krise zu finden, darüber informierten Bischof Georg Bätzing und sein Pressesprecher Stephan Schnelle die Besucher vom Marketing-Club Mittelhessen.

„Vor allem war es eine kluge Entscheidung, nach dem Skandal und in der Phase der Vakanz erst einmal genügend Zeit für Beruhigung und Aufarbeitung zu lassen“, befand Bischof Georg Bätzing. Weihbischof Manfred Grothe sei es in seinem mehr als zweijährigen Wirken vorbildlich gelungen, Transparenz zu schaffen und den Boden für einen neuen Bischof zu bereiten. Auch der soliden Arbeit von Stephan Schnelle habe Bätzing seinen guten Start in Limburg zu verdanken. „Er hat mir z.B. für meinen ersten Pressekontakt eine Liste mit 30 zu erwartenden Fragen vorbereitet und ist mit mir die Antworten durchgegangen. Das hat mir große Sicherheit gegeben“, erinnert sich der Bischof. Ihm sei es vor allem wichtig, das Vertrauen der Gläubigen in die besondere Stellung des Bischofs zurückzugewinnen, ohne dabei jedoch zu einem Tebartz-Gegenbild stilisiert zu werden, der schließlich auch viel Gutes für das Bistum geleistet hätte.

Natürlich erfuhr Georg Bätzing nach seiner Weihe auch Vorbehalte und Skepsis der Öffentlichkeit. „Bestimmt fragten sich einige, ob ich wirklich so bin, wie ich dargestellt werde oder ob da nicht doch noch ein enttäuschender „Aha – also doch!“-Effekt folge. Doch habe er auch erleben dürfen, dass die Gläubigen mehr nach vorn als zurück schauen.

Die Abteilung Information und Öffentlichkeitsarbeit des Bistums Limburg zähle 18 Mitarbeiter, die für die gesamte interne und externe Kommunikation zuständig sind, ließ Pressesprecher Stephan Schnelle wissen. In Bezug auf Bischof Georg Bätzing seien bisher 200 Interviews geführt worden, 1500 Presseartikel erschienen und 600 Hörfunk-Sendungen. Dazu würden Flyer und Plakate entwickelt, Newsletter herausgegeben oder Facebook-Meldungen verfasst. „Übrigens können wir mehr als eine halbe Millionen Klicks auf unsere Homepage verzeichnen“, freut sich Schnelle, und hob hervor, dass das Bistum heute wirklich alle zur Verfügung stehenden Kommunikationskanäle nutze.

Als seinerzeit die Baukosten in Höhe von 31 Mio. Euro für das Bischofshaus öffentlich und die Kritik daran immer greifbarer wurde, habe er vor einer schier unlösbaren Aufgabe gestanden. „Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie ich diese Zahl kommunizieren kann – das ist doch nicht vermittelbar!“ Nachdem durch den damaligen Bischof zuvor keine verlässlichen Zahlen genannt waren, hätten die Medien dem Bistum nicht mehr geglaubt. „Das Schlimmste für mich war, die Kommunikation nicht mehr steuern zu können… morgens aufzustehen und nicht zu wissen, was in der Zeitung steht“, so Schnelle.

Nachdem Tebartz-van Elst die Domstadt verlassen und Generalvikar Rösch die Amtsgeschäfte übernommen hatte, wurden alle Daten zum Bischofshaus erarbeitet und in einem dicken Prüfbericht veröffentlicht. Nach der Ernennung von Georg Bätzing als künftiger Bischof von Limburg sei auch seine Person immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeitsarbeit gerückt. „Wir haben z.B. ein Video gedreht, bei dem zwei kleine Mädchen sich von ihm erklären lassen, wie man Bischof wird und was er demnächst zu tun habe“, erzählt Schnelle. Über Facebook habe das Filmchen weit über 100.000 Menschen erreicht und wurde auch von vielen Schulen im Religionsunterricht genutzt. Auch vor provokativer Öffentlichkeitsarbeit habe man sich nicht gescheut – Teil einer Kampagne zur Gewinnung von Ehrenamtlichen sei z.B. ein Video, in dem ein Pfarrer im Messgewand durch einen Baumarkt flitzt. Auch die vermeintlich „goldene Badewanne“ im Bischofshaus habe man in einer selbstironischen Facebook-Anzeige thematisiert, die für das Bistum binnen einer Woche 1000 Follower hinzugewann.

Bischof Georg Bätzing und Stephan Schnelle stellten sich auch den Fragen der Marketing-Fachleute. Am Ende waren die Gäste sich einig: Es sei erstaunlich, wie viel sie für ihr spezielles Thema an diesem Abend erfahren hatten.

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Kerstin Kaminsky Kerstin Kaminsky

28.12.2017 - Gießener Anzeiger

„Marketing meets Kirche“

BESUCH Marketingclub Mittelhessen zu Gast im Bistum Limburg /Verhältnis von Pressearbeit, Werbung und Kirche im Fokus

Bischof Dr. Georg Bätzing

LIMBURG/GIESSEN „Marketing meets Kirche“, dieses Motto umschreibt den Vor-Ort-Besuch des Marketingclubs Mittelhessen in Limburg vor Kurzem am besten. Die Schlagzeilen, die das Bistum Limburg in der jüngsten Vergangenheit machte, sie sind immer noch präsent. Wie der neue Bischof Dr. Georg Bätzing, damit umgeht und was seit der Emeritierung seines Vorgängers Tebartz-van Elst alles geschah, darüber sprachen er und sein Pressesprecher Stephan Schnelle mit den Marketingfachleuten. 

Emotionales Verhältnis 

„Ich brauche mich nirgends vorzustellen“, versicherte Dr. Bätzing zu Beginn.„Wenn ich den Namen Limburg erwähne, dann wissen alle Bescheid. Limburg ist jetztweltweit bekannt“, fügte er hinzu. „In Sachen Marketing ist eigentlich alles richtig gemacht worden, könnte das Resümee sein, zumindest in der Nachschau“, fügte Schnelle hinzu. „Doch dem ist nicht so. Viele pastorale Mitarbeiter waren durch die Vorgänge um Tebartz-van Elst verletzt worden. Hier galt und gilt es Vertrauen zurückzugewinnen“, ergänzte Schnelle. „Die Gläubigen haben ein emotionales Verhältnis zu ihrem Bischof, wenn dieses verletzt ist, dann ist der Schaden immens. Dies kann man nur mit Nähe heilen“, sagte der Bischof. Dies geschieht durch eine sehr geschickte Öffentlichkeitsarbeit, die Schnelle und sein Team betreiben. Sie bedienen sämtliche Kommunikationskanäle: Mal ist es ein witziges Interview zur Amtseinführung des neuen Bischofs, geführt von zwei Kindern, mal ist es ein kurzes Werbefilmchen für eine neue Aktion. „Nicht immer und überall kommen solche Ideen gut an. Das wissen wir,“ sagte Schnelle: „Wenn aber ein solcher Film x-mal geteilt wird und vielleicht auch von solchen Leuten gesehen wird, die der Kirche etwas kritisch gegenüber stehen und sie vielleicht einmal wieder darüber nachdenken, dann haben wir schon einiges gewonnen“, fügte er hinzu. Dr. Bätzing ist mittlerweile seit gut einem Jahr im Amt. Mittlerweile haben sich die Wogen um den neuen Bischofssitz gelegt: Der Bau wird jetzt zu Repräsentationszwecken benutzt. Dr. Bätzing wohnt nicht dort. „Und das ist auch gut so“, sagte er dazu. „Ich will glaubwürdig verkündigen“, ergänzt Bätzing und erläutert:„Daher muss ich die Werte der Kirche auch leben. Das gewinnt Vertrauen. Das geht nicht innerhalb eines Jahres.“ Man habe aus dieser Medienschlacht gelernt, gab Schnelle zu. Die Vorgänge damals wären von der Pressestelle aus nicht steuerbar gewesen. 

Offensiver Umgang mit Presse 

Heute würde man sehr offensiv mit der Presse umgehen, bewusst immer wieder das Gespräch suchen. Für die Zukunft habe man sich viel vorgenommen: Es gelte den Weg der Kirchenentwicklung weiter zugehen. Derzeit gibt es laut Schnelle 35 Großpfarreien und 95 Pfarreien der alten Struktur. Bis 2010 soll die noch unter Tebartz-van Elst begonnene Strukturreform beendet sein. „Diese neuen Pfarreien werden andere Strukturen haben. Sie benötigen unsere Unterstützung, damit sie nicht untergehen“, ergänzte Schnelle.“ Wir versuchen, die Haupt-und Ehrenamtlichen zu unterstützen, wissen aber, dass wir mehr zielgruppenspezifisch kommunizieren müssen. Da ist noch viel zu tun,“ gab Schnelle zu.

RedakteurIn: FotografIn: Internet: Datei/Download:
Barbara Czernek Jörg Theimer

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